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7 Mental-Health-Tipps von den Mumins

Zuletzt aktualisiert am 18. April 2021 von Elli


Es gibt viele Gründe, die Bücher der finnlandschwedischen Autorin Tove Jansson zu lieben.

Einer davon: Sie schafft es, dir Lebensweisheiten von den unwahrscheinlichsten Stellen aus zu präsentieren: zum Beispiel von einem malerischen Haus im Mumintal aus, von dessen Fenster dir kugeläugige Wesen zuwinken.

Einige davon sind ziemlich schräg. Andere einfach nur ein bisschen verzottelt. Oder, wie die kleine My, auf eine herzliche Art und Weise gemein. Weitere laden sich bei Gewitter elektrisch auf (die Hattifnatten). Und manche kann man gar nicht sehen: Sie sind unsichtbar geworden, weil man sich davor ironisch und kalt ihnen gegenüber verhalten hat (das unsichtbare Kind).

Wenn du dich schon immer gefragt hast, was dir die Mumins außer einem gewissen Zauber für das Leben mitgeben können, bist du hier genau richtig.

Auf zu den 7 besten Mental-Health-Tipps aus der Welt der Mumins!

1. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Man kann auch klein & garstig sein und trotzdem geliebt werden.

Die kleine My ist ein Paradebeispiel dafür: Sie ist sehr klein, und vorzugsweise gemein.

Trotzdem lieben die Bewohner des Mumintals sie – weil sie so ist, wie sie ist; weil sie Dinge ins Rollen bringt; weil sie Leute beißt, wenn sie ihnen skeptisch gegenübersteht; weil sie ehrlich und furchtlos ist.

In anderen Worten: Liebenswert ist ein Attribut, das sowieso und immer auf dich zutrifft, einfach, weil du so bist, wie du bist.

Die richtige Gesellschaft akzeptiert einen immer. Egal, wie klein und fies man ist.

(Wenn man ganz fies ist, muss man natürlich damit rechnen, wenn irgendwann auch mal jemand zurückbeißt. Aber das ist eine andere Geschichte.)

2. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Wenn du am falschen Ort bist – finde wenigstens einen guten inneren Ort!

So geht zumindest die Muminmama vor, als sie in „Mumins wunderbare Inselabenteuer“ mit der Familie auf eine einsame Insel weit draußen im Meer ziehen muss – nachdem sie (erfolglos) versucht hat, sich auf der steinigen Insel einzurichten oder wenigstens ein paar Pflanzen anzusiedeln, malt sie ihren Sehnsuchtsort, das Mumintal, einfach an die Wände ihrer neuen Wohnung.

Bald ist dort alles voller Blumen, wie im Mumintal auch.

Die Muminmama malt und malt, und wird irgendwann sogar – kurzzeitig – Teil ihres eigenen Gemäldes.

Copyright: Arena Verlag

Ja, das klingt vielleicht ein bisschen nach Eskapismus.

Aber wenn man weiß, dass Tove Jansson selbst auch Malerin war, wird diese Textstelle vielleicht noch einmal farbenfroher.

Vielleicht ist Kunst auch einfach etwas, das man als Abwechslung zur Realität ab und zu braucht.

Vielleicht ist es wichtig, sich wenigstens seinen eigenen inneren, perfekten Ort zu erschaffen, wenn die Realität gerade eine einsame, karge Insel draußen im weiten Meer ist.

Vielleicht ist es wichtig, wenigstens einen Ort zu haben, an dem man sich richtig wohlfühlen kann, wenn die äußeren Orte gerade – schwierig sind.

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3. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Wut kann eine äußerst hilfreiche Emotion sein.

In der Geschichte „Das unsichtbare Kind!“ wird Ninni von Tooticki zu der Muminfamilie gebracht – sichtbar nur anhand einer in der Luft schwebenden Haar-Schleife. Der Rest von ihr ist unsichtbar. Tooticki meint, das läge an der Verwandtschaft, die Ninni bislang aufgezogen hat; sie sei kalt und ironisch gewesen; kein Wunder, dass Ninni unsichtbar geworden sei.

Die Muminfamilie soll Ninni nun wieder sichtbar machen. Nur wie?

Liebevolle Zuwendung sowie ein altes überliefertes Hausmittel bewirken in den nächsten Tagen einiges. Aber während Füße, Beine, Bauch, Arme, alles irgendwann wieder zum Vorschein kommt, bleibt Ninnis Kopf weiterhin unsichtbar.

Gerade, als man überlegt, ob Ninni absichtlich unsichbar bleiben möchte – gerade da taucht Ninnis Gesicht zum ersten Mal auf, zur Überraschung aller.

Die Ursache dafür: Ninni ist gerade zum ersten Mal richtig wütend geworden.

Die kleine My hatte also (mal wieder Recht): Wut ist als Katalysator (und: als Anzeichen für einen gesunden Selbsterhaltungstrieb) manchmal nicht zu unterschätzen.

Übrigens: Hier gibt es eine Originalaufnahme von Tove Jansson, wie sie ihre Geschichte „Das unsichtbare Kind“ liest (auf Schwedisch).

4. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Wenn du das Dunkle & Böse nicht zerstören kannst, kannst du immerhin noch akzeptieren, dass es da ist.

Die Morra ist ein dunkles Wesen mit starren gelben Augen, das, sobald es sich gesetzt hat, sogar den Boden gefrieren lassen kann.

Das Schlimmste ist aber, dass die Morra ziemlich gut ist im Warten.

Egal, wie sehr du dir die Morra wegwünschst – sie wartet einfach weiter.

Mit manchen Dingen im Leben ist es wie mit der Morra: Sie sind auf eine ungute Art ausdauernd. Und unangenehm.

Man kann sie zwar wegwünschen, aber das ändert nichts an ihrer Anwesenheit. Genau genommen ändert nichts etwas an ihrer Anwesenheit.

Vielleicht wäre „radikale Akzeptanz“ das passende Schlagwort für das abwartende Beobachten von Morras?

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, Dinge zu akzeptieren, die man nicht ändern kann.

Das schreibt sich zwar leichter, als es sich im realen Leben umsetzen lässt. Aber Mumin freundet sich in „Mumins wunderbare Inselabenteuer“ immerhin fast mit der Morra an, also gibt es doch noch Hoffnung für uns alle, oder?

5. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Begegne deiner Angst. Und dann: Sei frei.

In der Geschichte „Die Filifjonka, die an Katastrophen glaubte“ wird ein langhalsiges Wesen namens Filifjonka vom Schicksal arg gebeutelt.

Ein Sturm erfasst ihr Haus, sie verliert all ihren Besitz – und ist danach auf merkwürdige Art glücklicher als jemals zuvor.

Warum?

Weil sich in diesem Sturm all die Ängste der Filifjonka realisiert haben. Ihr ganzes Leben lang hatte sie Angst vor einer Katastrophe. Jetzt, wo die Katastrophe da ist, muss sie zumindest keine Angst mehr davor haben. (Und dass mit der Zerstörung ihres Hauses auch ein beschwerendes Familienerbe in Form von anstrengendem Mobiliar mit draufgegangen ist, ist natürlich ebenfalls hilfreich.)

Das Anstrengendste an der Angst ist – die Angst selbst. Weil sie ein Gefängnis ist; und weil sie die Wahrnehmung verengt, bis nichts mehr außer Angst übrig bleibt.

Doch nach dem Sturm ist die Filifjonka befreit. Sie hat danach sogar Lust darauf, etwas Verrücktes zu unternehmen – sehr ungewöhnlich für eine Filifjonka.

6. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Lass dich nicht von Besitz beschweren.

Der schwierigste Kunde auf der ganzen Welt hat einen Namen: Schnupferich.

Mumins bester Freund, der regelmäßig seinem Fernweh und seiner Sehnsucht nach Einsamkeit erliegt, kann sich beim Einkaufen nicht nur für nichts entscheiden; er bekommt sogar regelrecht Panik: Denn die einzigen Sachen, die er mag, sind die, die bereits seine Körperform angenommen haben – und die gehören ihm ja schon.

Am Ende kauft er gar nichts.

Dem Schnüferl, das einmal Karfunkelsteine sammeln möchte und dabei von einer Riesenechse verjagt wird, sagt er sinngemäß, es solle sich nichts daraus machen, dass es die Karfunkelsteine nicht bekommen habe – alles werde nur immer schwieriger, wenn man Dinge mit sich herumtragen wolle.

So lebt der Schnupferich ein ungebundenes, leichtes Leben; weil ihm etwas anderes als Besitz wichtig ist: Freiheit.

Freiheit und Besitz müssen sich nicht zwangsläufig widersprechen, aber häufig genug tun sie es. Wer Dinge hat, muss sich auch um sie kümmern.

Der Schnupferich kennt solche Probleme nicht. Packt ihn das Fernweh, ist er weg – ohne schweres Gepäck.

7. Mental-Health-Tipp von den Mumins: Es gibt immer etwas, worüber man sich freuen kann. Auch während einer Sturmflut!

Im Buch „Sturm im Mumintal“ wird das Mumintal überschwemmt, und auch das Haus der Mumins steht unter Wasser.

Copyright: Arena Verlag

Aber das heißt ja nicht, dass das nur schlecht wäre. Hohes Wasser hat auch einen Vorteil. Zum Beispiel wurde die Hängematte durch die Flut zerstört – endlich! Muminmama konnte die Hängematte sowieso noch nie so richtig leiden. Außerdem hat sie, Muminmama, es vor der Flut zum Glück nicht mehr geschafft, den Abwasch zu erledigen. Es wäre ja jetzt, mit dem ganzen Wasser, ohnehin umsonst gewesen.

In anderen Worten: Mit einer derart resilienten, positiven Person eine Sturmflut zu erleben, ist (fast) eine wahre Freude.


Hast du noch einen Mental-Health-Tipp von den Mumins, den du teilen möchtest? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Liebe ELLI,

    Wie genial. Ich bin nach wie vor am Staunen und Schmunzeln über diese Muminhacks. Ein herzliches Dankeschön. Ich hab große Lust bekommen, mir das eine oder andere Buch mal wieder zur Hand zu nehmen und reinzulesen.
    Du hast wirklich gekonnt und feinfühlig ganz viel Hilfreiches extrahiert und mit der gehörigen Brise Humor gewürzt. Was mir gefällt sind vor allem diese kantigen, borstigen Charaktere 😉 in einer Welt, die stets auf „Optimierung“ aus ist – gerade auch in der „bewussten“ Szene – tut es wirklich gut zu fühlen, dass Chaotisches, „Eigenbrödlerisches“, Schräges – unterm Strich nährend ist und uns pumperl-freudig macht…. wie alles, was aus unserem Urgrund herauskommt und dazu gehören natürlich auch Wut etc…
    Freu mich über die liebevolle, engagierte Arbeit, die du in deine Newsletter reinsteckst. Herzliches DANKESCHÖN! Sie kommen an.

  2. Elli

    Liebe Sabine,
    hab vielen lieben Dank für deinen Kommentar – und dass du dir die Zeit genommen hast, mir zu schreiben! Ich bin völlig deiner Meinung, dass ein bisschen mehr Schräges & Eigenbrötlerisches uns allen gut tun würde. Und „pumperlfreudig“ ist so ein schönes Wort, das perfekt für die Mumins passt! Ich habe mich wirklich riesig über dein Feedback gefreut, und schicke ganz liebe Grüße zu dir!

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