Wild Swimming – und die erstaunlichen Effekte auf deine Gesundheit
Wild Swimming – und die erstaunlichen Effekte auf deine Gesundheit

Zuletzt aktualisiert am 19. Januar 2021 von Elli


Ursprünglich kam ich über die britische Sendung „The Doctor Who Gave Up Drugs“ auf das Thema. Darin ging es um eine alternative Behandlungsform gegen Depressionen – und zwar das Schwimmen in richtig kaltem Wasser. Zum Beispiel im Winter. In einem See.

Dann hörte ich im Mymonk-Podcast das Interview mit Maarten Hemmen, der mit Kälte- und Atemtechniken seine Depressionen „gehackt“ hat und nun Coachings dazu anbietet.

Und ich las im Guardian, dass die Anzahl der Mitglieder der „Outdoor Swimming Society“ von anfangs ein paar hundert Mitgliedern auf über 70.000 gestiegen ist – und das innerhalb von nur zwei Jahren!

Einige erbauliche Medienberichte und Reportagen (gefühlte Haupt-Schlagwörter: „natural high“ und „endorphin rush“) später stieß ich auf den Niederländer Wim Hof, der diverse Kälterekorde aufgestellt hat, überall auf der Welt Workshops gibt und sagt: „I think of the cold as a noble force.“

Mittlerweile hatte ich das mit dem Schwimmen in wilden und meistens sehr kalten Gewässern selbst schon ausprobiert, und war so angetan, dass ich mich in eine Art Recherche-Rausch hineingesteigert habe.

Das Resultat?

Wild Swimming (oder auch: Schwimmen bzw. einfach der Aufenthalt in kalten Gewässern) wirkt gegen Entzündungen im Körper, senkt dein generelles Stresslevel, wirkt gegen Depressionen und Angststörungen, wirkt sich positiv bei Auto-Immunerkrankungen aus, vermindert Schmerzen, und lässt dich resistenter gegen Kälte werden.

Oder als Bild dargestellt:

Besonders spannend fand ich, wie sich die Wissenschaft die nachhaltigen Effekte auf die Stimmung erklärt.

Der Effekt ist nämlich gleich doppelt: Einerseits verringern sich durch regelmäßigen Kontakt mit kaltem Wasser die Entzündungswerte und Stressmarker im Körper – und beides wird mit Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen in Zusammenhang gebracht. 

Auf der anderen Seite gibt es eben diesen sehr unmittelbaren Effekt auf die Stimmung – und zwar bald nach dem Eintauchen ins Wasser. Dabei werden werden vermehrt Dopamin, Serotonin und Beta-Endorphine ausgeschüttet: Botenstoffe, die eine wichtige Rolle beim Empfinden von Glück sowie bei der Regulierung von Schmerzen und Stress spielen. Es lässt sich vermuten, dass das „High“ beim Kältebaden davon kommt.

Falls ihr selbst weiterforschen wollt bzw. euch auch einen Recherche-Rausch gönnen möchtet, hier ein paar Empfehlungen:

  • M. J. Tripton, N. Collier, H. Massey, J. Corbett u. M. Harper: „Cold water immersion: kill or cure?“, in: Experimental Physiology (2017). (U.a. zum Thema Entzündungswerte, Kälte-High, Depressionen, Immunsystem)

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